Beeindruckender Neruda-Abend der Hilfsaktion „Ein Licht für Chile“
Oden an das Meer und die Armut - Von Christine Bose
07.05.2010 - Heiligenstadt. „Ni Chicha, ni Limona“ – Kein Saft, aber auch keine Limonade (Nicht Fisch und nicht Fleisch) lautete eine musikalische Kritik des chilenischen Sängers, Musikers und Theaterregisseurs Victor Jara, geboren 1932, ermordet 1973. Damit wandte er sich gegen Leute, die keine Position beziehen, sich durchmogeln. Mitreißend und voll Gefühl war die südamerikanische Musik, die zwei Mitglieder der Gießener Band Sub Terra am Freitag im EisCulturSalon L’Arena spielten. Pablo Buchholtz und Nicolas Munoz hatten den musikalischen Part des „Lyrischen Abends mit Musik und Literatur aus Chile“ übernommen – eine Benefizveranstaltung für „Ein Licht für Chile“. Sie spielten und sangen so überzeugend, dass zu wünschen blieb, sie möchten wiederkommen. Aus ihrem Repertoire hatten sie die eigene Vertonung der „Ode an die Frau“ von Pablo Neruda (1904-1973) dabei. Heiko Krutisch aus Etzenborn bei Gleichen in Niedersachsen trug Lyrik des Dichters vor, stimmgewaltig und mit Leidenschaft. Der Poet Neruda, Träger des Nobelpreises für Literatur, Freund von Präsident Salvador Allende (1908-1973), war ein Sprecher der Armen und Geschlagenen dieser Welt. Er schrieb die „Ode an das Meer“, das Fisch für alle hat, die „Ode an die Armut“, die einen Menschen nie verlässt, ist er in sie hineingeboren. Er schrieb über Melancholie und Liebe. Es war nach „Rock für Chile“ die zweite Benefizveranstaltung unter der Regie von Birgit Tröße. Nachdem ihre Tochter Gloria – Freiwillige in einer Schule in Santiago de Chile – vom Erdbeben am 27. Februar und den Nachbeben berichtet hatte, stand für sie fest, zu helfen – in Chile und in Heiligenstadt. Herrliche Natur und Stadtmotive zeigte das knapp halbstündige Video, entstanden im Westhäuser Unternehmen Filmwiesel-Videoproduktion. Auch für die Inhaber Peter Gotthardt und Tudor Pirvu war es klar, das Projekt unentgeltlich zu erarbeiten. Der Anfangsidylle folgt die harte Realität: Zerstörungen. Gloria erzählt, wie sie nachts, in ihrer Wohngemeinschaft im 8. Stockwerk, ohne Zeitgefühl und voll Schrecken, zusammen mit einer Freundin unter dem Tisch kauert. Der Strom ist weg, Glas splittert, Sirenen heulen, Menschen rennen panisch ins Freie. Und Bilder der Hoffnung, des gemeinsamen Aufbauwillens. Die Zeit arbeitet gegen die Helfer: der Winter steht vor der Tür. Mutter und Tochter danken allen Spendern: 2100 Euro zeigte der Kontostand vor diesem Abend. Schade nur, dass einige Stühle frei blieben.
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Lyrischer Abend mit Musik und Literatur aus Chile - 07.05.2010 - 19:30 Uhr
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Videopräsentation der Firma "Filmwiesel"
Am Sonnabend, den 17. April 2010 fand in Schmerbachs Keller das Benefizkonzert mit "einfach wir" und mit "old and grey" statt. Die Veranstalterin Birgit Tröße rief dieses Event ins Leben, um Spenden für die Opfer des Erdbebens am 27. Februar 2010 in Chile zu sammeln.
Im Rahmen dieser Veranstaltung gab es eine
Videopräsentation, die vom Filmwiesel als Pro Bono Projekt erstellt wurde und in Zusammenarbeit mit Gloria Tröße, der Tochter von Birgit Tröße, entstand. Gloria leistet gerade ihr freiwilliges soziales Jahr in Chile.
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Für Chile gerockt - Benefizkonzert: Präsentation aus dem Erdbebengebiet zeigte überall Schutt und Verwüstung
Zum Benefizkonzert „Rock für Chile“ am Samstagabend kamen die Gäste nicht nur aus der Stadt Heiligenstadt in Schmerbachs Keller, um den Opfern des schweren Erdbebens durch Spenden zu helfen.
Von Martin Engel - Türinger Allgemeine - Dienstag, 20. April 2010
HEILIGENSTADT. Gloria Tröße aus dem Heilbad absolviert seit August letzten Jahres ein Freiwilligenjahr in Santiago de Chile. Hautnah hat sie das schwere Erdbeben am 27. Februar miterlebt. In einem Projekt von Ärzten, Pädagogen, Psychologen und Freiwilligen half Gloria bereits den Menschen zweier Dörfer in der Region Molina. Glorias Mutter Birgit Tröße ermutigte die Tochter dabei, das Freiwilligenjahr in Chile zu machen. „Nun habe ich überlegt, wie ich meine Tochter und das Hilfsprojekt von hier aus unterstützen kann“, erklärt die 49-Jährige. „Am besten geht das natürlich mit Geld“, weiß die Mutter. Das sei in Chile besonders wichtig, da es dort nicht so ein starkes Gemeinwesen wie in Deutschland gebe. Alles sei dort privatisiert. Da Birgit Tröße früher als Eventmanagerin arbeitete, war für sie klar, wie an Spenden zu kommen ist: mit einem Benefizkonzert. „Zwei Wochen lang war ich unterwegs, ei- ne Organisation zu finden, die mir ein Spendenkonto auf macht.“ Letztendlich fand sie bei „Contigo − Chance für Straßenkinder“ ein offenes Ohr für ihr Vorhaben. „Wichtig ist mir dabei, dass das Geld direkt nach Chile geht und nicht erst Organisation oder sonstiges da- von bezahlt wird.“ Nun musste sie noch Unterstützung für den Benefizabend finden. Hilfe fand sie vor allem auch bei Freunden und der Schülerband „Einfach wir“ sowie der Band „Old and grey“ aus der alten Mark. Peter Gotthardt von der Videoproduktionsfirma Filmwiesel aus Westhausen erstellte gemeinsam mit Gloria eine be- eindruckende Präsentation. Fotos, Videos und der Livebericht der Helferin stellten ein- drucksvoll die schlimme Situation in den Dörfern dar: überall Schutt und Verwüstung. Anschließend gab es eine Liveschaltung nach Chile, bei der Gloria noch mal vom aktuellen Geschehen berichtete und sich herzlich bei allen bedankte. So war es auch den Gästen möglich, noch eine Frage zu stellen. Beim rockigen Tanz mit den hilfsbereiten Bands ließ man dann den Abend ausklingen.
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Ein Abend mit viel Musik, Tanz und natürlich Informationen zu Land und Leuten sowie der aktuellen Situation in Chile.
Birgit Tröße und ihre Tochter Gloria und diie Hilfsorganisation „Contigo – Chance für Straßenkinder e.V.“ laden unter dem Motto „Rock für Chile“ am Samstag, den 17.04.2010, ab 20:00 Uhr zu einem Benefizkonzert in Schmerbachs Keller in Heilbad Heiligenstadt ein.
Alle Konzertbesucher, die sich für das südamerikanische Anden-Land Chile und das Leben nach dem verheerenden Erdbeben Ende Februar interessieren, können um 20.30 Uhr während einer Multimedia-Präsentation mehr aus erster Hand erfahren: Gloria Tröße engagiert sich im Rahmen des Hilfsprojekts „Cobijo para Chile“ vorort für die Erdbebenopfer in der stark betroffenen Region Molina. Die Heiligenstädterin wird nicht nur vom Leben in der chilenischen Hauptstadt berichten, sondern auch von den Aufräumarbeiten und Wiederaufbau in den Dörfern Itahue und Puento Alto. Über eine Liveschaltung nach Santiago de Chile wird sie außerdem versuchen, die Fragen der Besucher der Benefizveranstaltung zu beantworten.
Für Stimmung im Schmerbachs Keller sorgen nach 21 Uhr die Heiligenstädter Nachwuchsband „Einfach wir“ mit eigenen Songs und Deutschrock und anschließend Jens-Ullrich Thieme (der ehemalige Geiger von der Eichsfelder Band „Grienhild“) mit seiner Band „old and grey“. Mit ihrer Musik begeistern sie das junge und jung-gebliebene Publikum gleichermaßen: Sie bieten eine bunte Palette an Oldies und aktuellen Songs als auch jede Menge Folkrock und eigene Erfolgstitel. Jens Thieme ist im Eichsfeld kein unbekannter Musiker, schon allein durch sein Liederprogramm mit dem Heiligenstädter Klaus Nitschke. Unter www.old-and-grey-band.de kann sich vorab schon einmal jeder selbst ein Bild davon machen.
Lateinamerikanische Musik und Getränke runden das vielseitige Programm an diesem Abend ab. Die Erlöse dieses Benefizabends kommen dem „Contigo e.V.“ –Projekt „Ein Licht für Chile“ zur Unterstützung der Erdbebenopfer in der chilenischen Region Molina zu Gute.
Einlass ist ab 20 Uhr, Vorverkauf der Eintrittskarten ist in der Schwanen-, Amalien- und Vincenz-Apotheke.
Wir freuen uns auf euer Kommen - Gloria und Birgit Tröße
Spenden können Sie über den in Heiligenstadt ansässigen und ebenfalls in Chile tätigen Verein „Contigo - Chance für Straßenkinder e.V.“: Stichwort: "Ein Licht für Chile" Spendenkonto: 48 61 10001 - BLZ: 820 40 000 Commerzbank Heiligenstadt
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Mutter und Tochter helfen Chile
08.10.2010 - TLZ Zeitung für das Eichsfeld
Heiligenstadt. (tlz/fa) Birgit Tröße organisiert Konzert, während Tochter Gloria sich vor Ort engagiert. Gloria Tröße arbeitet, um zu helfen. Die junge Eichsfelderin, die seit einigen Monaten in Chile in einer Waldorfschule arbeitet, setzt sich vor Ort dafür ein, die Schäden des schweren Erdbebens zu beseitigen. Jetzt kommt auch Hilfe aus Heiligenstadt. Birgit Tröße, Glorias Mutter, stellt ein Benefizkonzert auf die Beine, das am 17. April in Schmerbachs Keller stattfindet.
Der Erlös wird für den Wiederaufbau in der Kommune Molina (200 Kilometer südlich von Santiago de Chile) verwendet. „Die Menschen leben immer noch in Zelten“, erzählt Birgit Tröße. Mit dem Verein „Contigo – Chance für Straßenkinder“ will sie helfen. Dafür hat sie in großer Eigenleistung in den vergangenen Wochen das Konzert auf die Beine gestellt und ein Spendenkonto eingerichtet. Die Aktion steht unter dem Leitwort „Ein Licht für Chile“. Die Plakate hat die Heiligenstädterin gestern aus der Druckerei geholt; jetzt hofft sie auf viele Besucher. Denn für das Konzert hat sie zwei Bands gewonnen, die in Heiligenstadt und dem Eichsfeld keine Unbekannten sind. Jens Thieme wird mit seiner Band „Old an grey“ auf der Bühne stehen. Thieme war von April 2001 bis Mai 2005 noch mit seiner Geige für die im Eichsfeld beliebte Folk-Band Grienhild aktiv und auf den Bühnen im Landkreis unterwegs. Seine Band wolle in Heiligenstadt für musikalischen Spaß sorgen, denn schließlich liege die altersmäßige Zielgruppe zwischen 17 und 70 Jahren, sagte Thieme im Vorfeld des Konzertes.
Musikalische Unterstützung erfährt die Gruppe von der Nachwuchsband „Einfach wir“ aus Heiligenstadt und Geisleden. Das Trio besteht aus jugendlichen Musikern, die bereits bei einem Bandcontest in Berlin den zweiten Platz belegt haben. Gloria, die in den vergangenen Monaten regelmäßig in der TLZ über ihre Tätigkeiten berichtet hat, wird aus Chile direkt zum Konzert eine Botschaft senden. Ob die Übertragung mit einer Live-Schaltung klappt, ist noch nicht klar. Birgit Tröße sucht dafür noch Unterstützung. Ihr Spendenaufruf für Chile hat bereits mehrere Interessenten gefunden. Einige hundert Euro sind bereits jetzt zusammengekommen.
Spenden können Sie über den in Heiligenstadt ansässigen und ebenfalls in Chile tätigen Verein „Contigo - Chance für Straßenkinder e.V.“: Stichwort: "Ein Licht für Chile" Spendenkonto: 48 61 10001 - BLZ: 820 40 000 Commerzbank Heiligenstadt
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„Rock für Chile“ soll zu Aufbau in der betroffenen Region beitragen
11.04.2010 - Hallo Sonntag im Eichsfeld
Heiligenstädterinnen organisieren Benefinzkonzert für Erdbebenopfer in der chilenischen Region um Molina.
Am kommenden Samstag, 17. April, steigt ein Benefizkonzert „Rock für Chile“ im Rahmen des Hilfsprojektes „Ein Licht für Chile“ in Schmerbachs Keller in Heiligenstadt. Der Erlös kommt den Erdbebenopfer in der Kommune Molina (200 Kilometer südlich von Santiago de Chile) zugute.
Heiligenstädterin Gloria Tröße, die zurzeit in Santiago einen Freiwilligendienst in einer Waldorfschule ausübt, engagiert sich in der Hilfsorganisation „Cobijo para Chiel („Hüllen für Chile“). Ihre Mutter Birgit Tröße unterstützt mit dem Verein „Contigo-Chance für Straßenkinder e.V.“ den Wiederaufbau in einer starkbetroffenen Erdbebenregion in Chile durch Spendenaktionen von Deutschland aus.
wird in einer Foto-Video-Präsentation aus der Erdbebenregion Molina an dem Benefizabend berichten. Diese wird mit einem aktuellen Beitrag von der Hilfsaktion von rund 170 Freiwilligen (Ärzten, Psychologen, Pädagogen, Therapeuten und sonstigen Freiwilligen) einschließlich Gloria vom Osterwochende aus den Dörfern Itahue und Puento Alto bereichert. Die Leinwandpräsentation ist für alle Interessierte ab 20.30 Uhr geplant. Um 21 Uhr startet die Partytime mit den Bands „Einfach Wir“„ und „Old and Grey“. DJ und Barkeeper werden mit entsprechenden Getränken und heißen Rhythmen den lateinamerikanischen Abend abrunden.
Karten für den Abend gibt es im Vorverkauf in den Heiligenstädter Apotheken: Amalien-Apotheke in der Robert-Koch-Straße 36; Schwanen Apotheke in der Wilhelmstraße 38, Vincenz-Apotheke in der Wilhelmstraße 103 (03606/55430). Die Karten kosten im Vorverkauf sieben und an der Abendkasse acht Euro. Weitere Infos zu dem Hilfsprojekt „Ein Licht für Chile“ über www.contigo-ev.de.
Spenden können Sie über den in Heiligenstadt ansässigen und ebenfalls in Chile tätigen Verein „Contigo - Chance für Straßenkinder e.V.“: Stichwort: "Ein Licht für Chile" Spendenkonto: 48 61 10001 - BLZ: 820 40 000 Commerzbank Heiligenstadt
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Aktion “Cobijo para Chile - Hüllen für Chile” - Ostern 2010
Viele Freunde aus der Welt haben unsere Aktion “Hüllen für Chile” grosszügig unterstützt. Wir wollen berichten wie unsere erste Arbeit in Itahue war und wie es weitergehen soll.
Vom 2. Bis zum 4 April (Osterwochenende) waren wir im Süden und haben mit drei Dörfer (Itahue, Puente Alto und Cerrillos Bascuñán, Molina von der Vll Region in Chile gearbeitet). Es kamen 160 begeisterte freiwillige Mitarbeiter, die bereit waren mit den Opfer des Erdbebens 29. Februar 2010 zu arbeiten.
Wir konnten Vieles leisten und doch scheint es so wenig wenn man auf die ganze Vernichtung schaut. Die drei Dörfer haben 2800 Bewohner. 182 Häusser kann man nicht mehr gebrauchen. Es gibt auch viel Armut im Ort. Es ist ein ländliches Ort, wo viele Menschen zum Beispiel für kürzere Zeiten in der Äpfelernte arbeiten.
Hier ein kurzer Bericht von unsere Aktion:
Medizinisch: es kamen 12 anthroposophische Ärzte. Man hat mit anthroposophische Medizin für das ganze Dorf gearbeitet. Es war übervoll von Patienten. Viele (oder fast alle hatten Schockerlebnisse und ihre Folgen zur Zeit) Sie konnten eine Stunde lange Sprechstunden haben, was sie noch nie erlebt hatten, den zum Dorf kommt ein Arzt, ein morgen in der Woche und wenn man Glück hat, bekommt man eine Sprechstunde die zehn bis fünfzehn Minuten dauert. Man konnte den Patienten anthroposophische Arzneimittel geben, dank dass die drei Apotheken die in Santiago mit anthroposophische Medizin arbeiten, uns eine Spende gemacht haben. Ein Arzt hat die ganze Patienten vom Dorf besucht die nicht aufstehen können.
Rhytmische Massage, Einreibungen und Wickel: viele Patienten haben diese besegnende Behandlungen bekommen. Es haben fünf Pflegerinen und Masseurinen mitgemacht. Die Patienten bekamen damit eine menschliche, heilende Hülle so wie sie zum ersten Mal erlebten. Eine Frau hat gesagt “Ach Massage! Ich habe das mal im Fernsehen kennengelert, aber ich hätte nie gedacht dass ich in mein ganzes Leben eine Massage bekomme. Das verkrämpfte Schmerz konnte sich jetzt unter pflegende, liebende Hände auflösen, die Tränen erschienen dann, aber es waren auch Tränen der Dankbarkeit weil andere Menschen ihr Schicksal mitbegleiten wollten.
Arbeit mit Babys: es wurde eine fachliche Arbeit mit Babys, nach Emmi Pikler gemacht, die zusammen mit der medizinische Arbeit gemacht wurde. Ganz wichtig für ihre Zukunft!
Psychotherapie: Es kamen 18 Psychologen, die mit der Anthroposophie eine Beziehung schon hatten und haben eine therapeutische Arbeit geleistet auf der die Menschen “Hunger” hatten. Es gab sechs Zelten wo sie ständig Patienten hatten und viele sind auch zu den Häussern direkt gegangen, denn viele Menschen haben so eine Angst oder sind so depressiv, dass sie nicht raus kommen können.
Ältere Menschen: eine sehr erfahrene Psychotherapeutin hat mit ihnen eine Gesprächsgruppe durchgeführt. Man wird diese Arbeit weiterpflegen damit diese Menschen mit den Schätzen der lokalen Kultur arbeiten können und nachher den jungen Menschen weitergeben können.
Die gesamte therapeutische Arbeit wirkte wie ein Wunder, nicht nur auf die Patienten, sondern auf uns selbst. Wir haben das ideelle der Medizin und Therapie erleben können, so wie man es in der frühen Jugend nur träumen kann. So eine tiefe, harmonische und menschlich reiche Arbeit haben wir in den “reichen Santiago” nie erreichen können.
Pädagogik: Man hat in Gruppenalter mit Kinder von drei bis siebzehn Jahre gearbeitet. Es kamen 22 Waldorflehrer und Menschen die an der pädagogischen Arbeit mithelfen wollten (viele Waldorfschüler auch). Man konnte die heilende Wirkung von Märchen, rhytmische Spiele usw. in den kleinen Gesichter voller Ehrfurcht von den Kinder, die seelisch, trotz der tiefen Verletzung, viel gesünder sind als unsere Stadtkinder. Paralell machte man eine Arbeit mit Müttern, die kleine Wollvierecken (die von den Waldorfschüler in Santiago gestrickt wurden) zusammengenäht haben und wunderschöne Decken entstehen liessen. Sie haben auch einfache Waldorfpuppen gemacht und Osterzöpfe gebacken. Es wurde ein Osterfest für die Kinder organisiert, mit Ostermärchen und ein Früshstück wo sie “das rote Ei” vom Märchen in ein Nestchen auf ihren Tisch hatten. Es gingen auch Waldorflehrerinen zu den Häussern und haben mit Kinder gearbeitet die aus ihren Haus nicht rausgegangen sind.
Materielle Hilfe: wir haben zwei volle, sehr grosse Lastwagen voll gepackt, gefahren. Es gab eine besondere Gruppe die während den drei Tage diese Hilfe ganz gezielt (mit Hilfe der Nachbardirigenten der Dörfer) den Familien persönlich übergab. Wir brachten fünfzig vollständige Betten, warme Bettwäsche für hundert Menschen und Geschier für hundert Familien. Es war auch viele Wäsche und Spielzeuge die wir geschenkt bekommen haben für unsere Aktion.
Bau: ein Architekt hat den Modell entworfen und den Bau dirigiert. Es kamen drei Baumeister mit uns und es kamen noch sechs Baumeister vom Ort die mitgearbeitet haben. Viele freiwillige Menschen von unsere Aktion haben auch aktiv an dieser physisch strenge Arbeit teilgenommen. Wir haben auch den ganzen Material aus Santiago gebracht. Die Menschen haben unermüdlich gearbeitet und es wurden sechs kleine, aber sehr stabile wohnungen gebaut mit Küche und Badezimmer. Die betroffene Menschen, die kein Haus hatten, konnten es kaum glauben. Andere Menschen haben den Opfer geholfen Trümmer zu entfernen oder Ziegel zu retten von den Häusser die demoliert werden müssen.
An der letzten Nacht hat das ganze Dorf an der katholischen Ostermesse teilgenommen, wo wir (Hüllen für Chile) mehrmals genannt worden. Danach hat der Dorf einen Fest für uns gemacht. Wir konnten es kaum glauben wie dort dankbare Menschen waren, die ihre Häusser oder sogar Familienmitglieder verloren hatten, und trotzdem noch Kraft hatten um in so einer weise Dankeschön sagen zu können.
Wir haben dort viel geschaffen, aber wir kamen seelich–geistig ganz bereichert von den intensiven Erlebnisse. Die menschliche Verbindungen die einzeln zwischen uns und Menschen von Itahue enstanden sind, sind Herzenschätze, sind Lichtfaden die wirklich geistige Zukunft enthalten.
Wir werden mindest bis Weihnachten weiter in Itahue arbeiten. Unsere nächste Aktion wird am 1. und 2. Mai stattfinden. Wir brauchen dafür ihre finanzielle Unterstützung.
Wir wollen mit der pädagogischen Arbeit weitermachen (da braucht man immer Materialien), weitere Medikamente kaufen (denn die können nicht ewig gespendet werden), noch mehr Betten und weitere Häuschen bauen. Zum beispiel haben wir eine alte gelähmte Frau “zufällig” gesehen, die ihren Körper auf den Boden rumschleift, weil sie sich kein Rollstuhl leisten kann. Das ist keine Erdbebenfolge, das ist Armut, aber so ein Leid kann man nicht zulassen und die menschliche Würde ist unser Beweggrund. Wir wollen dieser Frau ein Rollstuhl schenken.
Bitte helfen sie uns. Nur so können wir weiterhelfen menschliche Hüllen aufzubauen.
Carina Vaca Zaller - Cobijo para Chile - Hüllen für Chile - 09. April 2010
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Helferbericht aus der Kommune Molina
02.-04.April 2010 - von Gloria Tröße
Ca. 170 Freiwillige von „Cobijo para Chile“ fanden sich Ostern in dem Dorf Itahue in der Kommune Molina ein. Nachdem die Zelte auf dem Schulhof aufgebaut waren, fingen wir an, den riesen Berg an Arbeit der vor uns stand, Stück für Stück abzuarbeiten. Am Dienstag Nachmittag fanden sich einige Pädagogen in dem benachbarten Dorf Puento Alto ein, um mit den Kindern zu spielen, jedoch kamen sie mit enttäuschter Miene wieder zurück nach Itahue. Nur 3 Kinder nahmen das Angebot in Anspruch. Das gleiche enttäuschende Resüme mussten wir am Samstag Vormittag in Itahue ziehen. Da uns von der Schule in Itahue Räume zur Verfügung gestellt wurden, fand dort die medizinische und psychologische Betreuung statt. Psychologen begannen mit Gruppengesprächen und setzten mit Einzelgesprächen fort. Auch die Ärzte wurden von vielen Bewohnern aufgesucht und nach Rat befragt.
Da ich die Tage allerdings im „Konstruktionsteam“ gearbeitet habe, kann ich nicht mit weiteren Details aus den Bereichen „Pädagogik, Medizin und Psychologie“ dienen.
Ich habe in 2 Projekten mitgearbeitet. Wir haben die Dachziegel von einem stark beschädigten Haus heruntergenommen und die kaputten aussortiert. Es ist nicht mehr bewohnbar, denn die Schäden sind so stark, dass es auch nicht mehr repariert werden kann. Das Haus wurde von einem ca. 65 jährigen Mann und seinem Sohn bewohnt. Er berichtete mir, dass er zum Zeitpunkt des Erdbebens am 27.02.2010 im Krankenhaus war, da er ein Tag zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatte. Sie berichteten mir, dass es selbst jetzt, 5 Wochen nach dem Erdbeben, immer noch jeden Tag Nachbeben gibt. Trotz allem schlimmen was er gerade durchleben muss, machte er auf mich einen recht gefassten Eindruck.
Es war für sie und auch für andere Dorfbewohner was ganz Besonderes, dass ich als Deutsche, als Ausländerin, ihnen half und zu wissen, dass wir Deutschen an ihrem Schicksal teilnehmen. Diese Dörfer sind touristisch nicht erschlossen und so war es für viele auch das erste Mal, dass sie eine Ausländerin sahen.
In den Dörfern hatte sich im Vergleich zu meinem letzten Besuch vor 3 Wochen nicht viel geändert. Einige Trümmer wurden beseitigt und die Meisten haben jetzt große Zelte in denen sie vorerst wohnen können. Sie wurden von einer russischen Hilfsorganisation gespendet. Es war die einzige Hilfe, welche die Betroffenen bis zu unserem Eintreffen vorher erhalten hatten. „Un Techo para Chile“ eine andere chilenische Hilfsorganisation, sie versprachen neue Häuser zu bauen, ist bisher noch nicht eingetroffen. Es weiß auch keiner, wann sie kommen werden. „Un Techo para Chile“ ist bisher nur in den großen Städten wie z.B Concepcion aktiv, in vielen kleinen Dörfern ist bisher immer noch keine Hilfe eingetroffen. Und die Leute sind auf auswärtige Hilfe angewiesen. Nicht nur psychisch und finanziell stehen sie vor einem Desaster, die Mehrheit der Betroffenen in Itahue und Puento Alto sind über 60 Jahre und somit körperlich auch gar nicht in der Lage, die Schäden zu beseitigen und sich ein neues Zuhause aufzubauen.
Am Sonntag Morgen ging ich mit einem Team zu einem Grundstück, um die am Freitag begonnene Arbeit am Bau eines Bades fortzusetzen. Nachdem ich aber schnell merkte, dass unsere Gruppe viel zu groß war und nur ein Teil der Leute tatsächlich arbeiteten, entfernte ich mich von ihnen und suchte mir mit einer anderen Freiwilligen andere Arbeit. Wir gingen von Haus zu Haus und fragten, ob wir helfen können.
Nachdem wir von vielen Leuten zurückgewiesen wurden (nicht weil sie die Hilfe nicht nötig hätten, vielmehr weil sie uns Frauen die Arbeit nicht zumuten wollten) kamen wir zu einem Grundstück, dass von einer ca. 75 jährigen Frau mit ihrem Ehemann bewohnt wurde. Das gesamte Haus ist zusammengestürzt. Nichts von der vorherigen Konstruktion ist noch zu erkennen. Sie sagte zu uns, dass wir aus den Trümmern, die noch zu verwendenden Bausteine aussortieren können und den Rest an einen Ort schaufeln können, den der Bagger wegfahren kann. In den 5 Stunden, schafften wir vielleicht 1/20 der Arbeit. Danach schenkte uns die Frau als Dank 2 Melonen aus ihrem Garten und wir kamen mit ihr ins Gespräch. Sie war total nervös, zitterte am ganzen Körper und schließlich begann sie zu weinen. Sie sagte zu uns, dass sie ganz große Angst habe und dass sie sich nicht vorstellen kann, jemals wieder dort zu wohnen. „Das Erdbeben 1985 war schlimm, aber diesmal dachte ich sterben zu müssen“ berichtete sie.
Ich denke, wir haben nicht nur physische Arbeit dort geleistet, sondern auch psychische. Denn es war wichtig ihr zu vermitteln, dass sie nicht allein ist und dass es Leute gibt, die ihr helfen. Danach begannen wir zu notieren, was sie am dringendsten benötigt, um es für das nächste Mal zu kaufen. Momentan wohnt sie in einer kleinen Gartenlaube mit ihrem Mann. Wir werden eine Plastikfassade oder ähnliches kaufen, damit sie vorerst besser vor Wind vor allem vor Regen geschützt sind. Desweiteren brauchen sie warme Kleidung. Sie berichtete mir, dass sie in der Nacht vor Angst und vor Kälte nicht schlafen kann. Da Chile am Pazifik liegt, ist es tagsüber warm und nachts wird es richtig kalt. Auch ich konnte die Nächte im Zelt vor Kälte nicht schlafen.
Ich denke, wir haben an diesem Wochenende gute Arbeit geleistet, viel bewegt und es ist wirklich bewundernswert wie viele Leute sich zusammengefunden haben um in Itahue zu helfen. Trotzdessen, dass wir ca. 170 Helfer waren, haben wir nur einen winzigen Teil der zu erledigenden Arbeit schaffen können. Wie viel wir noch verändern können, ist nicht nur von der Anzahl der Freiwilligen abhängig, auch von den gesammelten Spenden. Je mehr Gelder uns zur Verfügung stehen, desto mehr können wir bewegen.
Was mir Sorgen bereitet ist, dass in ca. 2 Monaten in Chile der Winter beginnt und die Betroffenen immer noch in Zelten leben. Was wird dann mit den Leuten passieren? Wie viele Häuser können bis dahin noch gebaut werde? Wann trifft „Un Techo para Chile“ ein, um Häuser zu bauen?
Gloria Tröße, 05. April 2010
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„Ein Licht für Chile“ soll im Eichsfeld leuchten
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Bestandsaufnahme: 13.03.2010 - Fahrt nach Molina
Am Samstag, dem 13.03.2010 fuhr ich mit einem 5 köpfigen Planungsteam: Eduart, einem Schweizer, der mit seiner Frau ein Schweizer Projekt ins laufen gebracht hat, zur Unterstützung von „Cobijo para Chile“ (Hüllen für Chile), Paz Acuña - Psychologin, Solange Butendieck- Heilpädagogin und Carina, Medizinerin und Gründerin des Projektes in die Kommune Molina. Diese liegt ca. 209 Km südlich von Santiago, 3 Stunden Autofahrt in der Region del Maule.
Meine Ansprechpartnerin Anita Isla in der „San Cristobal“ Schule in Santiago, in der ich arbeite, berichtete mir letzte Woche von dem Projekt „Cobijo para Chile“(Hüllen für Chile). Es wurde von Chilenen speziell zur Hilfe der Erdbebenopfer in Chile ins Leben gerufen und befindet sich daher auch noch in der Planungs- und Organisationsphase. Wir trafen uns dort mit der Stadträtin Priscila Castello und Luis Unzueta, Direktor einer Schule in Molina. Mit ihnen fuhren wir die Dörfer in der Kommune Molina ab. Ziel des Tages war es, uns über die dortige Situation im Klaren zu werden und dann zu entscheiden, ob diese Region für unser Projekt passend ist. Wir haben uns dann entschieden, in 2 Dörfer aktiv zu werden: Puente Alto und Itahue.
In Puente Alto sind 72 Häuser zerstört, in Itahue 110. Der Großteil lebt in Zelten oder provisorischen Häusern (kleine Gartenlauben oder mit Planen erstellte Höhlen). Seit Donnerstag besitzen alle wieder Strom. Wasser wird in Kanistern angeliefert und unter den Bewohnern verteilt. Fährt man durch die Straßen sieht man mehr Trümmer als noch stehende Häuser. Viele der Häuser die noch stehen sind auch so stark beschädigt, dass man nicht mehr drin wohnen kann. Die Häuser waren sehr alt und bestanden größtenteils aus Adobe (ein Gemisch organischer Materialien: Sand, Kot, Stroh, Wasser). Wir haben uns mit den Psychologen, die jetzt vor Ort sind, unterhalten. Sie erstellen von allen Familien eine Liste mit entstandenen Schäden, benötigten Sachen, psychischen und körperlichen Schäden und werden diese dann an uns übergeben. Des Weiteren haben wir uns eine Liste über die Anzahl der Frauen, Männer, Rentner und Kinder geben lassen um dementsprechend dann auch unser Programm planen zu können.
Das Projekt ist für 9 Monate konzipiert. Geplant ist momentan, dass wir die ersten Monate alle 4 Wochen und danach alle 6 Wochen hinfahren. Das erste mal werden wir am 2., 3. und 4. April 2010 (Ostern) hinfahren. Die Kinder werden nach Alter in Gruppen eingeteilt. Pädagogen werden mit ihnen spielen und singen und ihnen helfen, ein Stück zum Alltag zurück zu kehren. Sie werden an diesem Wochenende Mittagessen und Tee bekommen. Ansonsten können wir durch ein Team von Fachkräften medizinische und psychologische Versorgung zu sagen. Ich habe gestern ein 8 jähriges Mädchen kennengelernt. Sie hatte in der Nacht des Erdbebens einen Ausschlag am ganzen Körper bekommen. Wir haben uns mit ihrer Mutter unterhalten, auf die Frage, ob sie denn denke, dass viele traumatisiert sind, antwortete sie uns: „alle“. Sie können in der Nacht nicht schlafen vor Angst. 12-15 Nachbeben suchen sie am Tag heim. Die Räumlichkeiten zur Betreuung haben wir gestern geklärt.
Außerdem wollen wir ein Buch über Itahue erstellen. Die Dorfältesten werden über ihr Erinnerungen berichten und wir werden es niederschreiben. So können wir ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie eine Funktion haben und gebraucht werden. Wir wissen, dass eine andere Organisation demnächst ins Dorf kommen wird und neue Häuser bauen werden. Da die meisten alles verloren haben, werden wir Bettgestelle (viele konnten ihr Matratzen aus den Trümmern retten) und kleine Kochplatten mit Töpfen, Tellern und Besteck kaufen. Vorerst 1 Set für 3 Familien. Je nachdem wie viele Spendengelder zusammen kommen, werden wir eventuell noch Häuser kaufen. Es gibt Häuser für 1100 Euro, die innerhalb von einem Tag aufgebaut sind. Sie wurden speziell für Erdbebenopfer entwickelt. Wir haben die Rahmenbedingungen für alle Freiwilligen geklärt: Übernachten werden wir in Zelten, jeder freiwillige Helfer aus unserer Organisation bezahlt die Anreise und die eigene Verpflegung selbst und bezieht selbstverständlich für die aufgewendete Zeit kein Gehalt. Somit kann ich Ihnen zu sichern, dass die Spenden zu 100% bei den Erdbebenopfern ankommen werden. Insgesamt besteht unser Team bisher aus 60 Leuten (Psychologen, Mediziner, Pädagogen und allgemeinen Freiwilligen) allerdings rechnen wir noch mit weiteren Freiwilligen.
Gloria Tröße - Santiago, den 13. März 2010
Spenden können Sie über den in Heiligenstadt ansässigen und ebenfalls in Chile tätigen Verein „Contigo - Chance für Straßenkinder e.V.“: Stichwort: "Ein Licht für Chile" Spendenkonto: 4861 10001 - BLZ: 820 40 000 Commerzbank Heiligenstadt
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Pressebericht vom 12.03.2010 von Gloria Tröße aus Santiago de Chile
Am Samstag, dem 27.02.2010 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 8,8 den chilenischen Kontinent und hinterließ tiefe Wunden. Ca. 2 Millionen Menschen sind vom Erdbeben betroffen und über 500 Menschen starben. Eine kurze Schilderung wie ich die Zeit nach dem Erdbeben in Santiago de Chile wahrgenommen habe: Nachdem das Ausmaß des Erdbebens immer deutlicher ans Licht trat und täglich neue, erschreckende Bilder in den Nachrichten erschienen, setzte sich in mir eine Innere Unruhe fest. Immer wieder spürten wir leichte Nachbeben. Das erste was mir dann in den Sinn kam: Bitte, bitte lass es nicht schlimmer werden. Aus Angst habe ich einen Rucksack mit meinen Reisedokumenten, Geld und Kleidungsstücken gepackt und ihn mir in Reichweite gestellt, falls ich im Notfall schnell aus der Wohnung fliehen muss. Ich legte mir sogar eine Mütze bereit, in der Absicht, dass sie meinen Kopf vor herunterfallenden Gegenständen schützen sollte. Meine Schuhe stellte ich immer neben mir ab, um sie schnell anziehen und wegrennen zu können. Tagtäglich beschäftigte mich die Frage, wie ich mich verhalte, wenn uns noch mal ein so heftiges Beben heimsucht. Ich einigte mich schließlich darauf, dass ich genauso reagieren würde wie an diesem Samstag, am 27.02.2010. Ich würde ein weiteres mal unter dem Holztisch in der Wohnung Schutz suchen.
Am Montag, dem 01.03.2010 sah ich Horden von Menschen in die Supermärkte stürmen und Lebensmittel, einige aber auch High-Tech Gegenstände, plündern. Sie waren in Panik, weinten, versuchten einander Trost zu spenden, sagten sie haben nichts zu essen und zu trinken, leben ohne Wasser, Strom und medizinischer Versorgung auf der Straße oder in stark beschädigten (ruinenähnelnden) Häusern. Um die Plünderungen zu stoppen wurde Tränengas eingesetzt, es kam zu Schlägereien, Drängeleien und sogar Schießereien. So auch in Santiago, in einem Stadtteil einige Kilometer von mir entfernt. Obwohl meine bisherige Wohnung mir sicher schien, da nach dem Erdbeben an dem Haus keine Schäden entstanden waren und auch im Umfeld, Santiago Zentrum, die Schäden im Vergleich zu anderen Regionen sehr gering waren, geriet auch ich in Panik. Einerseits hatte ich Angst vor einer bevorstehenden Anarchie, denn die wenige Polizei war machtlos gegenüber den Menschenmassen, andererseits ließ mich der Gedanke nicht los, dass es bald nichts mehr zu Essen geben könnte. Obwohl ich aufgrund des Erdbebens am nächsten Tag frei hatte, stand ich um 7 Uhr auf, nahm meinen großen Reiserucksack und kauft auf Vorrat ein. Ob im Supermarkt, auf der Straße oder in der Schule ich studierte meine Umgebung genau, um zu wissen wo ich mich im Falle eines Bebens verstecken könnte. Auch wenn Chile die letzten Wochen immer wieder von Nachbeben überrascht wurde, schien es mir, dass die Situation nun unter Kontrolle sei und langsam wieder Ruhe einkehren kann. Ich habe angefangen meine Angst und innere Unruhe abzulegen, so räumte ich z.B. meinen Rucksack für Notfälle wieder aus und begann, meine auf Vorrat gekauften Lebensmittel, aufzubrauchen.
Und dann der Schock: am 11.03.2010 um 11.30 Uhr. Wie gewohnt ging ich auf den Hof um die Kinder des Kindergartens der Waldorfschule für eine Geschichte in den Saal zu rufen. Als wir gemeinsam im Kreis saßen, bemerkte ich, wie es anfing zu beben. Blitzschnell schaute ich meine 2 Mitarbeiterinnen an. Sie forderten die Kinder auf, sich in einer Reihe aufzustellen. Damit die Kinder nicht in Panik ausbrachen, blieben wir ganz ruhig und ließen und uns nichts Außergewöhnliches anmerken. Ein Junge fragte mich, ob es gerade bebt. Ich verneinte es, obwohl es nicht der Wahrheit entsprach. Wir stellten uns dicht aneinandergedrängt in der Mitte des Raumes unter einen von Holzpfosten gestützten Durchgang. Als es aufhörte zu beben und es viele komischerweise nicht mitbekommen hatten, taten wir so, als wollten wir ein Foto schießen. Ich hätte am liebsten angefangen zu weinen, aber im Beisein der Kinder musste ich stark sein. Und plötzlich war sie wieder da. Diese Angst, diese innere Unruhe, dieser Tick, an allen Orten zu überlegen, wo ich mich am besten vor einem Beben schützen kann.
In Santiago hatte das Nachbeben eine Stärke von 6,9, in Valparaiso an der Pazifikküste 7,2. Es setzte dort einige Minuten vor der Vereidigung des neuen Präsidenten Sebastian Piñeras ein. Zudem wurden in Küstennähe Tsunami-Warnungen ausgesprochen. Im Fernsehen sah ich die Menschen kreischend und weinend zum Berg rennen. Unter ihnen Kinder, Rentner, Behinderte und Blinde. Bisher sind glücklicherweise weder Tote noch größeren Schäden bekannt. Doch die Situation bleibt ungewiss. Trotz allem wird der Wiederaufbau der Häuser und Straßen fortgesetzt. Viele haben alles verloren, nicht nur Familienmitglieder und Freunde, auch ihr gesamtes Hab und Gut. Ihnen bleibt momentan nichts anderes übrig, als mit ihren Familien auf der Straße zu leben, voller Angst, was noch kommen wird. Alles was ihnen geblieben ist, ist zu hoffen. Wie bei allen großen Ereignissen, lässt nach einigen Tagen oder Wochen, dass öffentliche und internationale Interesse nach, was sich unter anderem an den Nachrichten und Schlagzeilen in der Zeitung bemerkbar macht. Und dennoch geht es den Menschen nicht besser. Es wird dringend Hilfe in allen betroffenen Gebieten gebraucht.
Am Wochenende werde ich selbst mit einem Hilfe-Organisationsteam von „Cobijo para Chile“ (Hüllen für Chile) in die am stärksten betroffenen Gebiete fahren und mit entscheiden, für welchen Ort wir welche Unterstützung organisieren wollen.
Ein Spendenaufruf an alle Eichsfelder: In Chile wird jetzt jede Hilfe benötigt. Die Erdbebenopfer sind auf Spenden aus dem Ausland angewiesen. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für Benefizveranstaltungen, die für die Erdbebenopfer in Chile organisiert werden. So viel möchte ich schon verraten, am 17. April 2010 können alle Freunde der lateinamerikanischen Musik zu einer Benefizveranstaltung in Heiligenstadt auf ihre Kosten kommen. Für nähere Informationen, Fragen zu ihrem konkreten Projekt für die Hilfsorganisation „Cobijo para Chile“ können Sie gern Gloria Tröße unter gloriat@gmx.de kontaktieren.
Spenden können Sie über den in Heiligenstadt ansässigen und ebenfalls in Chile tätigen Verein „Contigo - Chance für Straßenkinder e.V.“: Stichwort: "Ein Licht für Chile" Spendenkonto: 48 61 10001 - BLZ: 820 40 000 Commerzbank Heiligenstadt




















































