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Im Jahr 2010 waren aus Chile nicht nur gute Nachrichten zu hören und allen sind wahrscheinlich die Bilder des Erdbebens noch im Kopf. Auch deshalb haben wir unsere logistischen und strukturellen Möglichkeiten genutzt, um andere Aktionen in und für Chile zu unterstützen. So konnten wir Ferdinand Güsewell - ein aktives Mitglied und ehemaliger Freiwilliger unseres Vereins, der sich seit einiger Zeit zusätzlich für eine Suppenküche in Chile engagiert, hilfreich unterstützen.

Suppenküche in Lebu - Ferdinand Güsewell

Die Suppenküche in Lebu kümmert sich um eine Gruppe von ca. 30 Straßenkindern, welche in extremer Armut leben.

Da wir nur 50$ (US Dollar) monatlich als Beitrag (von unserer Hilfsorganisation) bekommen, fällt es uns sehr schwer, trotz alledem jeden Samstag zu öffnen um den Kindern eine warme Mahlzeit anzubieten. Leider sind wir jedes Mal aufs neue abhängig, von den Initiativen der Freiwilligen & auf den guten Willen der Supermärkte, … meist gelingt es uns somit einmal pro Woche ein ordentliches Mittagessen bereit zu stellen.

Zur Zeit suchen wir nach Finanzierungsmöglichkeiten für eine Verbesserung der Ausstattung, da die alte in einem sehr schlechten Zustand ist. Außerdem ist eine Gasküche mit offenem Feuer, in einem Raum wo Kinder sind, ein sehr großes Risiko. Des weiteren benötigen wir Spenden die den Betrieb mit einem würdigen Mittagessen garantieren, langfristig garantieren können. Um nicht jedes Mal zu den Kindern sagen zu müssen, wir sagen Bescheid, wenn es mal wieder Essen gibt.

Zur Zeit ist die Suppenküche im Kellergeschoss einer Kapelle untergebracht, welche uns die katholische Gemeinde zur Verfügung gestellt hat. Sie hat sich mit sehr großem Einsatz um die Finanzierung der Suppenküche bemüht, um einige Kinder aufnehmen zu können.

Aber noch bleiben viele Wünsche & Ziele offen, wir merken dass es erstrebenswert wäre, in einen Teil der Suppenküche eine Sitzecke zu installieren und ein wenig Material anzuschaffen, um mit den Kindern didaktisch arbeiten zu können und Ihnen die Möglichkeit zu geben, einige Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens zu vermitteln.

Unsere Kinder leben in einer extrem aggressiven Armut, welche durch verschiedenste Dinge zu Stande kommt. Sei es durch fehlende Aufklärung und evtl. Verhütungsmittel. Einige Eltern sehen ihre Kinder immer noch als Altersvorsorge auch wenn sie alle kein Geld haben werden und nicht die Chance auf eine Ausbildung/Studium haben. "Lieber 20 arbeitslose (evtl. auch kranke Kinder) als weniger Kinder" - nach diesem Motto werden somit verantwortungslos immer neue Kinder in die Welt gesetzt. Jetzt ist es bereits soweit gekommen, dass einige der betroffenen Kinder zur Adoption freigegeben werden sollen. Einige Mütter haben aufgrund der Armut - da Sie ihre Kinder nicht mal am Wochenende ernähren kann - bereits begonnen ihre Kinder zu verschenken. Die Eltern in mehreren Familien können sich aufgrund von vielschichtigen sozialen Problemen z.B. Drogen oder Alkohol nicht um diese kümmern geschweige denn Ihnen Essen anbieten.

Aus den genannten Gründen benötigt die Suppenküche in Lebu weiterhin viel Unterstützung, da wir nur eine sehr kleine Gruppe von Spendern sind.

In diesem konkreten Fall, fühle ich (Ferdinand Güsewell) mich sehr verbunden mit diesen Kindern, seit ich dort 2007 auf Mission war, so ist es uns bereits gelungen in den letzten Jahren regelmäßig ein Weihnachtsgeschenk für die Kinder zu schicken und der Bau einer Suppenküche wurde mitfinanziert. Nun sind die Räumlichkeiten gegeben, aber die Ausstattung ist immer noch denkbar schlecht - offenes Feuer, kein eigenes Geschirr etc.

Text/Bilder: Ferdinand Güsewell