Contigo Chance für Straßenkinder e.V. unterstützt die Arbeit der Kindertagesstätte „Acógeme“, was auf Deutsch „nimm mich auf“ bedeutet. Da wir selbst schon in diesem Projekt zur Unterstützung Hilfe bedürftiger Familien und Kindern gearbeitet haben, wissen wir um die Bedürfnisse dieser Familien und wie ernst die Bitte „Nimm mich auf“ gemeint ist. Das Heim liegt in der Kommune „La Granja“, einer ehemaligen Siedlung Santiago de Chiles, die schon lange ein Brennpunkt großer Armut darstellt.
„Acógeme“ ist seit einigen Jahren Teil der chilenischen Wohltätigkeitsorganisation „Maria Ayuda“ (Maria Hilfe). Diese Zusammenarbeit bietet eine professionelle und zuverlässige Unterstützung und ermöglicht die landesweite Kommunikation und Vermittlung mit anderen sozialen Einrichtungen. Außerdem regelt „Maria Ayuda“ die finanziellen Angelegenheiten und kümmert sich um die berufliche wie auch geistliche Weiterbildung der Mitarbeiter.
Die Arbeit im Projekt „Acógeme“ gliedert sich in drei Bereiche:
Kindertagesstätte „Acógeme“
Die Kinder besuchen das Tagesheim nach dem Schulunterricht. Sie bekommen dort ein warmes Mittagessen und später am Nachmittag eine Art Vesper. Zwischen den Mahlzeiten widmet man sich der Hygiene (Dusche, Zähneputzen etc.) oder eventuellen Arztbesuchen, sowie Hausaufgaben und einer ansprechenden Freizeitgestaltung. Ziel ist es vor allem das Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein der Kinder zu schulen und gesellschaftliche Wertvorstellungen zu vermitteln.
Straßenarbeit - Streetwork
Neben der Arbeit mit den Kindern im Tagesheim, leistet das Projekt „Acógeme“ auch Straßenarbeit in mehreren Armutsvierteln Santiagos. Die „Streetworker“, meist junge Freiwillige, treffen sich regelmäßig mit Straßenkindern an zentralen Punkten der Stadtviertel, wie Fußballplätzen, Parks oder an Straßenkreuzungen. Im Vordergrund stehen hierbei eine gezielte Kontaktaufnahme und ein Vertrauensaufbau. Den Kindern soll eine Bezugsperson zur Seite stehen, die Ihr Anlaufpunkt ist und ihnen Hilfe und ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Probleme bietet. Diese Vertrauensbasis wird schrittweise über vorher geplante gemeinsame Aktivitäten aufgebaut. Dabei kann es sich um Gruppenspiele, Sport oder auch um kollektive Gesprächsrunden handeln. Ziel ist es, Zugang zu den Kindern zu finden und sie bei Bedarf und Interesse in das Tagesheim einzuladen.
Familien
Auch die Betreuung und die soziale Unterstützung der Familien der Kinder sind ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von „Acógeme“. Die Sozialassistenten und Psychologen des Projektes beraten und unterstützen die Familien bei vielen Fragen und Problemen. Dabei handelt es sich häufig um rechtliche Beratung und Unterstützung bei Schwierigkeiten mit den Behörden oder Schulen. Aber auch bei der Arbeitssuche, gesundheitlichen Problemen oder Drogenabhängigkeit stehen die Mitarbeiter des Teams von Acógeme helfend zur Seite. Regelmäßig werden auch Workshops und Informationstage zu bestimmten Themen für die Eltern angeboten. So wird einerseits ein Ausweg aus der Unmündigkeit und eine Verbesserung der Lebenssituation angestrebt, aber auch eine generelle Stabilisierung des direkten sozialen Umfeldes der Kinder erreicht.